Segelwissen
Die Zahlen.
Und das Meer dahinter.
Drei Grundlagen für einen verständlichen Vergleich. Fachliche Grundlage sind die unten verlinkten offiziellen Produkt- und Wetterdokumentationen; eine unabhängige nautische Fachprüfung steht vor Veröffentlichung noch aus.
Wind: ein Betrag mit Grenzen
Die u-Komponente beschreibt die Bewegung der Luft nach Osten, die v-Komponente nach Norden. Der Windbetrag ist √(u² + v²). Die Komponenten werden in Metern pro Sekunde angegeben; für Knoten multiplizieren wir mit 3600 / 1852. Wind in zehn Metern Höhe ist ein Modellwert, keine Messung an deinem Mast. Böen und lokale Abschattung sind damit nicht beschrieben.
Grundlage: ERA5-Variablenbeschreibung
Signifikante Wellenhöhe: kein Maximum
Als anschauliche Definition gilt die mittlere Höhe des höchsten Drittels der Wellen. Spektrale Modelle berechnen eine entsprechende Größe aus dem Wellenspektrum. Einzelne Wellen können deutlich höher sein. Wellenperiode, Richtung und die Bewegung des Bootes verändern das Erleben einer See; eine Höhenzahl allein beschreibt das nicht.
Grundlage: Copernicus Baltic Sea Wave Hindcast und Produktmanual
Historisch: rekonstruieren statt vorhersagen
Eine Reanalyse verbindet Beobachtungen mit einem Wettermodell zu einer möglichst konsistenten Darstellung der Vergangenheit. Ein Wellen-Hindcast berechnet frühere Wellenbedingungen mit einem Modell und historischen Antriebsdaten. Beides bleibt aufgelöst in Rasterzellen und ist mit Unsicherheiten verbunden. Fünf ähnliche Reisezeiträume können sehr unterschiedlich ausfallen. Ein Anteil passender Stunden aus einer Stichprobe ist keine Garantie für deine künftige Segelwoche.
Mit eigenen Grenzen vergleichen →